Tolle Schülerarbeiten im Fach Geschichte im Fernunterricht

In den Zeitungen, im Fernsehen und im Internet hört und liest man in den letzten Wochen oft, wie schwierig der Fernunterricht für viele Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte ist.

Das Gegenteil beweisen gerade die Jugendlichen aus der Klasse 8 von Frau Pfahl.

Im Geschichtsunterricht bearbeiten sie das Thema „30-jähriger Krieg von 1618-1648“. Dabei wurden schon die Gründe für den 30-jährigen Krieg, die verschiedenen Kriegsteilnehmer und die unterschiedlichen Interessen besprochen.

 Krankheit und Tod in Schwabach Teil1

 Krankheit und Tod in schwabach Teil 2

 Krankheit und Tod in Schwabach Teil 3

 

In einem nächsten Schritt bekamen die Schülerinnen und Schüler folgenden Arbeitsauftrag über die Lernplattform MOODLE:

 

Such dir einen der Texte aus! Lies ihn genau durch! Male ein Bild dazu, fotografiere es und schicke es an die Geschichtsgruppe in SIGNAL!

Hermann Pütz, ein 24 Jahre alter Soldat aus Köln, erzählt im Jahr 1634 seiner Frau von seinen Erlebnissen im Krieg:

„Mein Schatz, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schlecht es uns hier geht. Wir liegen schon seit drei Monaten vor der Stadt Nürnberg. Ich habe seit drei Monaten meine Kleidung nicht gewechselt. Ich schlafe auf dem nackten Boden. Wir bekommen nichts zu essen und müssen uns unser Essen selbst suchen gehen. Nie bekomme ich frisches Wasser. Ich muss aus Pfützen (=Wasser auf dem Boden) und alten Eimern trinken. Viele von uns sind krank und verletzt. Ich freue mich, wenn ich dich wiedersehen kann. Ich hoffe nur, dass ich dann noch lebe. So viele von uns sterben hier oder werden krank. Manche werden auch verrückt vor Angst, Hunger und Krankheit. Gestern habe ich eine tote Ratte gegessen, die am Weg lag, so groß war mein Hunger. Ich vermisse dich so sehr. Grüß mir meine Eltern. Dein Hermann.“

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Überfall auf ein Dorf

Anna Klein, die Tochter eines Bäckers aus dem Dorf Schwabach (Franken – in Bayern) erzählt im Jahr 1632:

„Es war eine furchtbare Zeit, die Leute sind gestorben wie die Fliegen. Immer wieder kamen neue Krankheiten, die Ruhr, die Pest, viele hatten Fieber. Es waren zu viele, keiner konnte ihnen helfen. Viele sind in ihren Häusern verfault, keiner hatte den Mut, dort noch hinein zu gehen.

Nachdem die Soldaten weg waren, haben wir geglaubt, das Schlimmste wäre vorbei. Es kamen aber immer wieder neue Gruppen von Soldaten – jede Woche, jeden Monat. Es waren Soldaten aus vielen Ländern Europas. Sie nahmen alles, was sie bekommen konnten. Sie raubten unser Essen, unsere Tiere, sie zerstörten unsere Häuser, verbrannten alles, was wir hatten. Kein Kind und keine Frau war vor ihnen sicher, viele wurden vergewaltigt und geschlagen.

Wir haben uns extra hässlich gemacht und mit Kuhmist (=Kot) eingeschmiert, damit sie uns nicht berühren, aber es war ihnen egal. Die Männer wurden oft gefoltert (= schlimm verletzt), meistens aber sofort getötet. Diese Soldaten hatten Spaß damit, unseren Männern Jauche (Kot und Urin) von Kühen zu trinken zu geben, um zu erfahren, wo wir noch Essen versteckt hätten. „Schwedentrunk“ nannten sie dieses Getränk.

Es war eine grausame Zeit, kein Mensch hatte mehr Hoffnung. Immer wieder waren wir auf der Flucht vor diesen Soldatengruppen. Es gab nur noch Angst und Traurigkeit.“

Erlebnisse in Nürnberg

Nach dem gemeinsamen Lesen der Texte wurden in der Videokonferenz bei BigBlueButton offene Fragen besprochen und unbekannte Wörter (zum Beispiel „Ruhr“ oder „Pest“) geklärt. Danach hatte jeder drei Tage Zeit, ein passendes Bild zu malen. Die fertigen Bilder konnten dann fotografiert und mit der Nachrichten-App SIGNAL mit allen anderen geteilt werden. Wir hatten somit die Möglichkeit, alle Bilder für die nächste Videokonferenz wieder zu nutzen.

Hunger und Angst

Die fertigen Bilder zeigen, dass alle Schülerinnen und Schüler die Texte hervorragend verstanden haben und sich unglaublich viel Mühe bei den Bildern gegeben haben. Es zeigt auch, wie gut alle zu Hause arbeiten und wie gut die verschiedenen Möglichkeiten MOODLE, BigBlueButton und SIGNAL von allen genutzt werden. Dafür ein Riesenkompliment!

Bernd Günter, Förderschulkonrektor