Bericht FSJ

Mein Name ist Carina und ich bin 19 Jahre alt. Nach einem vierwöchigen Praktikum im Sommer 2019 habe ich mich dazu entschieden, ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige in Neuwied zu machen. Die Arbeit mit beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen hat mich schon länger interessiert. Zudem wollte ich schon immer die Gebärdensprache erlernen. Somit konnte mir die Landesschule die perfekte Kombination bzgl. meiner Interessen bieten und ich habe mich in der Abteilung für „ganzheitliche Entwicklung“ beworben. Ich wollte neue Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob es mir im täglichen Arbeitsalltag Spaß macht, an einer Förderschule zu arbeiten.

Während der Zeit meines FSJs habe ich wunderschöne Einblicke in die Arbeit mit Gehörlosen gewinnen dürfen und war zu jedem Zeitpunkt froh, mich für dieses FSJ entschieden zu haben. Obwohl ich zuvor keine Kenntnisse über die Gebärdensprache hatte und auch keinen Kurs belegt habe, funktionierte die Kommunikation mit den Kindern weitestgehend problemlos. Vom Kollegium wurde ich super aufgenommen und habe mich schnell im Team wohlgefühlt. Bei Fragen standen sie mir immer offen gegenüber und haben mir dabei geholfen, mich mit Hilfe der Gebärdensprache zu verständigen. Außerdem wurden mir verschiedene Situationen und Handlungen erklärt, sodass ich die Umsetzungen besser nachvollziehen konnte. Im Unterricht war ich als Unterstützung der Lehrkräfte bzw. pädagogischen Fachkräfte tätig und durfte mit der Zeit immer größere Aufgaben und Verantwortung übernehmen, was mich persönlich bestärkt hat. Ich wurde in den Unterricht mit eingebunden und habe einzelne Kinder oder Lerngruppen beim Bearbeiten ihrer Aufgaben betreut und unterstützt.

Insgesamt war der Alltag sehr vielseitig und unterschiedlich zu den mir bekannten Unterrichtskonzepten. Es standen neben Mathe und Deutsch auch viele Fächer auf dem Stundenplan, die an den lebenspraktischen Bereichen anknüpften. So sind wir einmal pro Woche mit den Schülern einkaufen gegangen, haben gekocht, oder waren draußen an der Straße, um ihnen den Umgang im Straßenverkehr beizubringen.

Die Kinder und Jugendliche hatte ich sehr schnell ins Herz geschlossen, auch, wenn in manchen Situationen meine Geduld auf die Probe gestellt wurde. Sie sind mir immer herzlich und interessiert entgegengetreten. Habe ich die Kinder mal nicht verstanden, so waren sie immer geduldig und hatten Verständnis dafür, wenn ich Kollegen um Hilfe gebeten habe. So durfte ich ein Jahr lang mit und von den Kindern lernen, lachen und viel Spaß haben, was mich sehr erfüllt hat. Manche Situationen waren auch sehr emotional und aufwühlend. Vor allem Momente, in denen man gemerkt hat, dass Schüler an ihre Grenzen gestoßen sind. Aber ein kleines Lächeln der Kinder ließ alles ganz schnell vergessen, denn sie haben mir durch ihre ganz eigene Art und Weise viel zurückgegeben. Alle Kinder sind unterschiedlich und hatten unterschiedliche Bedürfnisse, jedoch hat mir dies nur noch einmal gezeigt, dass wir alle einzigartig sind.

Des Weiteren durfte ich aber auch Einblicke in andere Bereiche des Schullebens erhalten. So wurde ich problemlos auch nachmittags in der Grundschule eingesetzt und durfte auch dort meine Erfahrungen sammeln. Kein Tag war wie der Andere und ich musste immer wieder flexibel auf neue Situationen und Aufgaben reagieren, was den Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich gestaltete.

Im Nachhinein kann ich sagen, dass meine Entscheidung, ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Landesschule für Gehörlose und Schwerhörige in Neuwied zu machen, genau die richtige Entscheidung war. Die Arbeit mit den Schülern hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und mich bei meiner Entscheidung für ein Studium zur Förderschullehrerin bestätigt. Ich kann auf ein Jahr zurückblicken in dem ich über mich hinausgewachsen bin und in dem ich viele praktische Erfahrungen sammeln durfte, die mich nicht nur beruflich, sondern auch privat geprägt haben.